tfp_anfrage_blog

TFP-ANFRAGE, WIE SIE AUSSEHEN SOLLTE

Da euch mein letzter Tipp ja so gefallen hat und ich viel Zuspruch bekommen habe, gibt es heute wieder eine Kleinigkeit für euch.
Es geht um eine TfP-Anfrage an uns Fotografen/Fotodesigner, etc. und wie sie im Idealfall aussehen sollte, damit ihr eine Chance habt überhaupt wahrgenommen und eben nicht ignoriert zu werden.

Eines mal vorweg, wenn wir Fotografen nicht mehr auf jede eingehende Nachricht, und somit auch manche TfP-Anfragen, antworten, kann das natürlich viele Gründe haben. Meist sind wir einfach beschäftigt und es ist überhaupt nicht böse gemeint. Hin und wieder geht auch mal was in einer Nachrichtenflut unter, vor allem, wenn wir Ausschreibungen machen. Oft jedoch, und da spreche ich nicht nur von meinen Erlebnissen, weil die Anfragen einfach nur sehr fragwürdig und zum Teil auch unverschämt sind.

Da sind Dinge wie „Deine Bilder sind toll, hab Bock auf ein Shooting mit dir“ oder „Ich stand noch nie vor der Kamera, aber würde mich gerne von dir knipsen lassen“ echt noch nett und umfangreich formuliert. Ihr glaubt gar nicht was zum Teil für TfP-Anfragen/Nachrichten einflattern, wo ich mich echt beherrschen muss. Das Schlimme daran ist, dass man dann irgendwann wirklich keine Lust mehr hat und sicherlich auch mal eine gute Anfrage untergeht.

Vielleicht liegt es auch daran, dass viele immer noch nicht verstehen das TfP eben nicht dafür da ist, um an kostenlos Bilder zu kommen, aber dazu gerne im nächsten Artikel mehr.

Da all das Rummeckern eh nicht viel bringt, fange ich mal lieber damit an, wie in meinen Augen eine ordentliche TfP-Anfrage auszusehen hat. Meiner Meinung nach macht das schon rund 80% einer Zusage aus, der Rest ist halt wirklich von den Vorstellungen beider Seiten abhängig.

 

Punkt 1 – Eine höfliche Einleitung in der hervorgeht, was ihr überhaupt wollt

Das mag für den Einen oder Anderen jetzt echt bescheuert klingen, aber es ist tatsächlich selten der Fall, dass das vorkommt.
Ein einfaches „Hallo mein Name ist XY, mir gefallen deine Arbeiten und ich würde gerne mit dir zusammenarbeiten“ reicht da doch schon mal aus.

Punkt 2 – Wer seid ihr

Nichts ist schlimmer, als nicht zu wissen, mit wem man es zu tun hat und oft erübrigt sich ein Shooting dann schon.
Seid ihr Anfänger, Amateur oder gar Profi. Kleidergröße/Schuhgröße, auch sehr interessant.

Punkt 3 – Woher kommt ihr

Zugegeben man könnte Punkt 2 +3 eigentlich zusammenfügen, ich trenne es nur der Übersicht wegen.
Eine Ortsangabe ist immer sehr wichtig, denn was bringt es mir, wenn du aus dem anderen Ende Deutschlands kommst.
Evtl. noch mit angeben wo du noch shooten könntest, manchmal reist man ja auch häufiger.

Punkt 4 – Konkrete Vorstellungen

Dieses gibt es scheinbar nur äußerst selten. Fast immer soll ich mir einen Kopf machen, wofür ich gerade euch, die ihr euch doch bei mir bewerbt, einsetzen möchte, paradox ich weiß. Und genauso überfordert bin ich damit auch meist.
Toll wäre es, wenn ihr im Vorhinein wisst, was ihr wollt, sei es eigene Ideen oder schon mal von mir aufgegriffene.
Für stinknormale Bilder/Portraits gibt es bei mir ganz sicher kein TfP. Dafür müsst ihr wohl oder übel bezahlen oder euch jemanden anders suchen.

Auch wäre es schön, wenn ihr euch auch weiter mit in das Shooting einbringt und Vorschläge für Locations hättet oder aber ein tolles Outfit oder …. Einfach irgendetwas, dass es attraktiv macht mit euch shooten zu wollen.

Wenn ihr uns wirklich begeistern und von euch überzeugen wollt, habt ihr sogar schon ein Moodboard erstellt, das vereinfacht einfach alles und macht es sehr reizvoll.

Punkt 5 – Zeitliche Erreichbarkeit

In welchem Zeitraum habt ihr Zeit für die Umsetzung eines Shootings. Die Planung größerer Projekte nimmt Zeit in Anspruch und lässt sich nur selten mal eben so aus dem Ärmel schütteln.

Punkt 6 – Visuelles

Ganz wichtig und müsste somit eigentlich an erster Stelle stehen. Wie sehr ihr aus.
Polas sind nicht immer erforderlich und wahrscheinlich auch selten vorhanden, aber eure bisherigen Arbeiten und mindestens gute Handybilder von euch sind essenziell um zu wissen, ob man zueinanderpasst. Schön wären Gesichtsaufnahmen und Ganzkörperaufnahmen, bitte ohne die tollen Filter (Achtung Ironie).

Das hört sich jetzt alles erst mal viel an, aber wenn euch dieser Aufwand schon zu viel ist, dann solltet ihr vllt. überlegen von einer TfP-Anfrage abzusehen. Denn es kann nicht sein, dass man all diese Dinge erst in einem, zum Teil mehrstündigen, Gespräch/Nachrichtenverlauf erfragen muss, um dann festzustellen, dass es einfach nicht passt. Das erspart euch und uns die Mühe, Zeit und den danach folgenden Frust.

 

Mich würde interessieren was ihr noch für Punkte habt, welche unbedingt ergänzt werden sollten oder ob ihr vllt. komplett anderer Meinung seid.
Was habt ihr schon alles für kuriose TfP-Anfragen bekommen?

Eine Teilen ist auch hier wieder sehr erwünscht um einen regen Informationsaustausch zu gewährleisten.

8 Antworten
    • Stefanie Schäfer
      Stefanie Schäfer says:

      Gerne doch lieber Daniel :). Ich freue mich über dein Feedback.
      Und ich dachte schon, nur mir ergeht es so bzw. meinem näheren Umfeld.

      Wenn du Ergänzungen hast, immer her damit. :)

      Antworten
  1. Benny
    Benny says:

    Sorry, Stefanie, du tust ja gerade so, als ob nur das Model etwas von einem TFP Shooting hätte! Und dir hinterher rennen/dich anbetteln muss. Wenn es für dich zu anstrengend ist ein „mehrstündiges Gespräch“ zu führen und Ideen für das Shooting zu haben, dann bist du leider keine professionelle Fotografin.

    Mfg
    Benny

    Antworten
    • Stefanie Schäfer
      Stefanie Schäfer says:

      Hallo Benny,
      ich weiß nicht was dich veranlasst hat anzunehmen, dass nur das Model etwas von einem TfP-Shooting hätte. Wenn ich eine Ausschreibung mache, dann bekommt auch jeder Interessent eine ordentliche Auflistung mit Dingen, die ich suche sodass eben Niemand erst 100 Mal hin und her schreiben muss.
      Ist doch logisch, dass wenn mich Jemand anfragt, ich dann Selbiges erwarten kann, oder etwa nicht? Immerhin kommt das Model ja zu mir und möchte etwas, nicht anders rum (in dem Fall).
      Das hat für mich überhaupt gar nichts mit hinter rennen oder gar anbetteln zu tun.

      Wenn ich ein Model anfrage, sieh meine Anfrage übrigens genauso aus.

      Und wenn ich in deinen Augen keine professionelle Fotografin bin, weil ich meine Zeit manage, indem ich darauf im Voraus achte was für Anfragen rein kommen, ja dann ist das so. Ich denke aber eher, dass genau das Gegenteil der Fall ist.
      Ich verbringe meine Zeit halt einfach lieber mit Dingen, die mir etwas bringen, denn Zeit ist unser höhstes Gut.

      Antworten
  2. Winfried Berberich
    Winfried Berberich says:

    Hallo, die meisten Anfragen, die wir bekommen, handeln von Leuten, die einfach mal von sich kostenlos gute Aufnahmen bekommen möchten. Als Profi kann und will ich mir das nicht leisten. Wenn, dann muß eine Idee vom Modell dahinterstehen, mit dem sich der Fotograf auch profilieren kann. Portraitsessions sind Zahlsessions, TFP sollte schon für beide interessant sein, nicht nur für einen.

    Antworten
    • Stefanie Schäfer
      Stefanie Schäfer says:

      Hallo Winfried,
      ich gebe dir da vollkommen Recht. Genau das sind typische Dienstleistungen und eben nicht Bereiche von TfP.
      Das habe ich auch in meinem neusten Beitrag noch etwas genauer behandelt. Schau doch einfach mal vorbei, wenn du Lust und Zeit hast :).
      WAS IST TFP UND WAS IST ES EBEN NICHT

      lg Steffi

      Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *